Eintrag 43 Great Ocean und Grampians

Die Reise führte weiter für uns, die eher die Abgeschiedenheit bevorzugten, durch Viktoria, den kleinsten und dicht besiedelte Bundesstaat auf den australischen Festland, mit Hauptstadt Melbourne. 


Melbourne lag nur wenige Kilometer hinter uns und doch brauchte es den ganzen Tag bis wir den enormen Autoverkehr entkommen konnten


In dem nächstgelegenen Brisbane Range Nationalpark fanden wir wieder Ruhe. 50 km kurvten wir am folgenden Tag über die Schotterpisten bergauf und bergab ohne eine Fahrzeug zu begegnen.


Von Torquey aus beginnt die berühmte Great Ocean Road. Ein viel befahrendes Asphaltband das auf  Australien Touristen wie ein Magnet wirkt. 13 Jahre hatten rund 3000 Arbeiter diese Route angelegt die am 19.3.1922 mit einem Autokorso  von 60 Fahrzeugen eröffnet wurde. 


Heutzutage ist diese Pionierarbeit längst Vergangenheit und der Massentouristmus rauschte bequem darüber , hält an den zahlreichen Ausichtspunkten kurz für ein Foto auf den wirklich tollen Meerblick oder verweilt an den belebten Stränden oder Kaffees.



Hey babe, Take a walk on the wild side

 In Lorne verliessen wir diese Strasse, um in den Great Otway Nationalpark zu fahren. Ein wahrer Ohrenschmaus war die Stille des Waldes, die lediglich  unterbrochen wurde  von den unterschiedlichsten Geräuschen der Vögel, bis das sanfte plätschern des Wasserfalls  näher rückt. 


Die Kalimna Fälle erschienen nicht spektakulär oder Imposant, sondern  verlassen wild.  Dieses Uwüchsige  war genau das was wir mögen.


Denn die verschiedenen Wasserfälle stellen im internationalen Vergleich nicht das besonders Sehenswerte da, sondern das Erlebnis daran sind die jeweiligen Pfade die dorthin führe


 Ganz Anders als die Wasserfälle war der Canyon, der schlicht Canyon hies. Er überraschte mit dramatisch unaufgeräumte Schönheit. 

Insbesondere der schmale Wanderpfad durch die dunkle Schlucht , in der die untergehende Sonne zum Tagesabschluss  ein paar wenige Lichtfetzen auf die satten tiefgünen Farne und die moosbewachsenen Felsen warf.

 

Der Aufstieg führte durch einen kurzen Felsentunnel weiter zu den Phantom Falls

 

 


Drei fröhliche Abende verbrachten wir mit einem Bischoff und seiner Frau die als Auszeit gerne das einfache  Campen in der Natur mochten.  Bei einem gepflegten oange leuchtenden Pils,-  bzw Pilz -  gab Bischoff Garry  interessante Geschichten z.b.  über seine Treffen mit Desmond Tutu oder Angela Merkel zum besten.  Während unserseits alte Begegnungen von Rogers Waters ins Gespräch kamen der uns mal auf sein Boot eingeladen hatte  ohne das wir ihn als Pink Floyd Musiker erkannten. 


Diese Abende mit dem Reverend wurde  auch  ein Koala  noch unser Gast. Allerdings hing der einfach nur hoch oben im Baum faul herum und guckte auf uns herab. 


Seine Exclusiv Show lieferte er erst zum Frühstück am nächsten  morgen. Da bemühte er sich aus seinen Baumgipfel, an unserrn Wagen vorbei, um direkt vor uns an einem Tümpel seinen Durst zu stillen.  Normalerweise reicht ihnen Tau und Regentropfen. Daher sieht man dieses Tiere äusserst selten beim Wassertrinken auf dem Boden.

Zeitgleich flogen rotgrünen Papageien herbei  um etwas Brot zu ergattern. Sie scheuten sich nicht einmal auf unserrn Arm zu landen. Ein  laughing Kookabura  stürzte vor uns hinunter um erfolgreich einen Lizzard zu ergreifen.  Wir wussten zeitweise gar nicht mehr wo wir zuerst hinschauen sollten. 


Das wirklich spannende  bei den nächsten "Walk on the wild side" waren jedoch nicht die Wasserfälle selbst sondern vielmehr der Weg dorthin. Daher waren wir zuerst von den vielen Autos und Menschen beim Erskine Fall etwas abgeschreckt. Doch die meisten Menschen möchten die Sehenswürdigkeiten und Attraktionen quasi auf dem Tablett serviert bekommen. 


Daher endete der Hauptstrom bereits nach dem gut ausgebauten Treppenweg bei den Eskirne Fällen. Nur Vereinzelte gingen das kleine Stückchen weiter zu den  Straw Falls.


Oftmals zierten lediglich  Flip Flops ihre Füße die eher geignet waren um damit einen Duschraum aufzusuchen oder maximal den Weg zu seinem Badehandtuch am Strand zurückzulegen. Der weitere Weg zu den dritten Wasserfällen, die Splitter Falls benötigt jedenfalls festes Schuhwerk


Es ging wiedermals durch die Welt der Farne. An einer Stelle ging es einige Stufen hinunter.  Dahinter  hätten wir über die Steine den Fluss queren müssen.  Da das nicht deutlich erkennbar gemacht war, wurde es geradeaus für nur 1 km  echt Abenteuerlich. Wir zwängten uns durch umgefallenen Bäume hindurch, kletterten über querliegende pfadversperrenende Baumriesen. 


Liesen uns etwa zwei Meter tiefe Steilwände hinab, krochen durch einen Felsentunnel hindurch, bis wir zu einer Felswand gelangten an der wir uns über einen umgefallenen Baum hangelten. Auf der anderen Seite wuchsen stacheligen Brombeergewächse die wir irgedwie bewältigen mussten, um wieder auf den richtigen Pfad zu gelangen. Die dortigen Splitter Falls waren jedoch pfurztrocken. 


In der Nähe der berühmten 12 Apostel Felsformatioen bei Princestown nahmen wir eine Asphaltstrassenauszeit um auf einen 4x4 Track mal wieder den Allrad zum Einsatz kommen zu lassen. 


Wir teilten uns "das Vergnügen" die Aussicht  auf die 12 Apostel genannten Klippen,  - von den schon sehr viele Bilder und Videos im  Internet veröffentlicht sind,  - zeitgleich mit tausenden anderen Besuchern, die sich per Selfie auf den Plattformen ablichteten. 


Reise zum Mittelpunkt der Erde

Auf den weiteren Weg zu den Grampians kamen wir in ein riesiges Gebiet, das damals mal völlig verwüstet wurde. Doch heute, kaum zehntausend Jahre Jahre nachdem die heisse Eruption alles vernichtete, erklärte man das Territorium zum Budji Bin Nationalpark,  mit einer Fusstrail durch den Kanal des erkalteten Lavastrom. Am Eingang zweier kleinen erstarrter Lavatunnel  hangelten  sich  grüne flurozierende Moose an den Eruptivgesteinen entlang.


 Im ehemaligem  Krater befand sich nun, der mit Algen befallene, Lake Suprise. in dessen Nähe war der Zugang der in die Tiefe führte und Aussah als sei es die verschüttete Pforte von J. Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde.


Wir entdeckten zwar keine riesige Flugsaurier jedoch ein merkürdiges unscheinbares graues Käferspinneninsekt das in den herrlichsten Farben schimmerte sobald es seine Flügel ausbreitete.


Der Grampiens Nationalpark

Eine weitere Lavahöhle befand sich etwa 30 km weiter Richtung Hamilton in Byaduk. Um überhaupt in den  Krater zu gelangen, ging es über steile Felsen, sehr schwerlich, senkrecht  in den mit dichten Farn und Gestrüp zugewachsenen Krater hinab, zu der Bridges cave. Dort führte keinerlei vorgegebene Spur hinein, sondern auf den Weg zum Mittelpunkt der Erde, musste man sich in der Finsternis durch die Lavabrocken hindurchzwängen. Diese Erkundungstour durch die Stollen setzte schon ein bischen Erfahrung voraus. Doch zum Erdmittelpunkt gelangte man wohl doch nicht.


In den Grampians zählten wir 38 (!) 4wd Track die für die Öffentlichkeit frei gegeben waren. Hinzu kamen , 31 Schotterpisten  für 2wd. Doch die Touristik in diesem populären Nationalpark beschränkte sich weitgehens auf die nur 7 asphaltierte Strassen. Somit durchquerten und durchkreuzten wir die Grampians auf immerhin 20 der  4x4 Pisten, auf denen uns höchst selten jemand begegnete.


Manchmal konnte es trozdem schon recht eng werden. Umkehren war für uns aber meist eine schlechte Lösung. Deshalb quetschte  Nicole den High Top  so gerade, auf den Milimeter genau, noch hindurch. Unsere Favoriten wurden der Goat track, die Wallaby Rock Road und der Lynchs Track. 


Unsere abendlichen selbst gewählten Übernachtungsplätze boten uns Grandiose Ausblicke. Doch wir waren nicht ganz alleine in den Grampians, sondern empfingen Gäste.


So hatten wir bereits  beim Frühstück ein Emu Ehepaar zu Gast. An unseren gewählten Abendcamp,  bei den völlig überwucherten Zugang zu den Gunangidura Felsgravuren,  gesellte sich ein wilder Kookabura Vogel zu uns.


Mit ein Stück Brot in der Hand lockten wir ihn an, damit er auf dem Arm  landete, um dabei festzustellen das er ein ganz schön spitzen Schnabel hatte, mit dem er nicht nur das Brot pickte, sondern versehentlich auch in den Finger.


GIm Laufe der Stunden die wir mit dem Tier gemeinsam in der Abgeschiedenheit verbrachten, traute sich der Vogel immer näher heran, so das eine Unterhaltung Auge an Auge möglich wurde. Naja, Arno war nicht gerade der Tiersprachen beherrschende Dr Dolittle,  aber dennoch schienen sich die Beiden zu verstehen.


Es gab in diesem Teil dér Grampians auf unseren Erkundungstouren  keinerlei Absperrung oder Plattformen an den Ausichtspunkten, so das man sich frei bewegen oder pausieren konnte, wie einem gerade danach war.


Auch die Fusstracks, sofern man überhaupt noch von begegbaren  Fusstracks sprechen konnte, führten als schmaler Pfad durch ie Wildnis. Makierungen gab es nicht. Wozu auch?  Wer lief da schon entlang?


Zum Beispiel war anscheinend zu den Calectasia Falls schon seit Ewigkeiten niemand mehr unterwegs gewesen .Dieser genannte Tower Hill Walk war so mühsam, das wir sicherheitshalber die Tour abrachen.


Denn wir hatten die relativ kurze Strecke unterschätzt. Die T-Shirts hatten wir bereits gut eingeschweißt, während sich die Behälter der Nachfüllflüsigkeit rasch leerten. 


Doch wollen wir die majestätische Bergkette hier nicht einseitig präsentieren.

Die Grampiens wären eben nicht diiiiie Grampians wenn es nur solche schweren Routen gäbe.


Im durchaus tollen Zentrum war z.b die populäre Wanderung durch den Grand Canyon, der weiter hinauf führte durch eine enge Schlucht, So gelangte man zu den sogenanten Pinnacel die gut abgesichert waren.


Hier trafen wir auch andere Touristen mit denen wir mal wieder ein SmallTalk halten konnten.

 

Bild links                    McKenncy Falls

Bild oben rechts       Die Pinnacel

Bild unten links.       The Balcony


Der fünfte Tag in dieser phantastischen Bergwelt sollte eigentlich der letzte sein. Doch  bei den Mount Zero, der den Schwierigkeitsgrad 4 von 5 möglichen hatte,  Verwanderten wir uns ein paar Stunden, so es noch eine weitere Übernachtung gab. 



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Kommentare: 9
  • #1

    Martin Joh. Anneken (Mittwoch, 20 März 2019 09:43)

    Liebe Nicole und lieber Arno,

    einfach großartige Bilder und Text!
    Ich bin ganz begeistert.
    Euch weiterhin eine wunderschöne Zeit!

    Liebe Grüße

    von Martin und Marvin mit einen Wuff von Dackeldame Frida

  • #2

    Gudrun (Mittwoch, 20 März 2019 12:27)

    Wau die Felsen, der Eine ein offenes Schlangen Maul, der Zweite ein Affenkopf, der Dritte ein Menschlicher Kopf in Seiten Ansicht. Mensch und die wargemutigen Zweibeiner Kirchlicher Gesining, was seid ihr gut versorgt. Dir Tiere die Eure Nähe nicht scheuen, ich säch mal wie wunderbar, dass gild auch für die Gegenden. Ich zwei echt schön was ihr zusehen bekommt. Danke für den tollen Bericht. Ich drücke Euch

  • #3

    Bernd und Maren (Mittwoch, 20 März 2019 16:16)

    Hi Ihr Lieben,
    Ihr bewegt Euch ja streckenweise über halsbrecherische Wege- wir wünschen Euch weiterhin einen festen, sicheren Tritt. Was für wunderbare Bilder!

  • #4

    Ralf (Samstag, 23 März 2019 22:11)

    Moin ihr Lieben,

    mal wieder traumhafte Aufnahmen! Was muss das doch für ein Albtraum sein nach Wochen der Einsamkeit in so einem Moloch wie Melbourne zu landen!

  • #5

    Arno und Nicole (Sonntag, 24 März 2019 02:03)

    Hallo Martin und Marvin
     Australien ist einfach ein  fotogener  Kontinent.

    Hallo Gudrun
    Ja, es bringt Spass, bei solchen Felsgebilden, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

    Hallo Bernd und Maren
    Ja das war ein prima Kletterparadies, die Felsblöcke waren jedoch recht gut griffig.

    Hallo Ralf
    Nein ein Alptraum war es nicht denn wir wissen ja wie es in  einer  Millionenstadt zugeht

  • #6

    Gisela (Dienstag, 26 März 2019 08:50)

    Ach......da werden Erinnerungen wach.... Danke für's Teilen mit wunderbaren Fotos!

  • #7

    Iris & Maik (Montag, 01 April 2019 10:35)

    Hi Nicole und Arno,
    Wiedermal begeisternde Fotos und Anekdoten! Ich erwische mich immer wieder wie ich denke: Da hätte ich "Schiss" ...raufzuklettern; ...das Auto nicht wiederzufinden; ....auf giftige Tiere zu treffen; ...ne massive Autopanne zu haben ..usw. usw.
    Schon von daher Respekt vor Eurer Leistung auf dieser Reise!
    Liebe Grüße und weiterhin gute Reise!

  • #8

    Arno und Nicole (Dienstag, 02 April 2019 09:19)

    Hallo Gisela
    Es ist einfach prima das du dir mit deinen langjährigen Reisen soviele Erinnerung schaffen konntest.

    Hallo Iris und Maik
    Die Meisten teilen bestimmt deine Befürchtungen. Daher ist diese Reiseart auch eher eine Nische in der wir uns bewegen.

  • #9

    Roland (Mittwoch, 10 April 2019 21:29)

    Und wieder unglaublich toll, was ihr da macht und aufnehmt. Meine Hochachtung!!!