Eintrag 35 : 1200 km Gunbarell. Track

Faszination Outbackwege

 

 

 Erneut streckte die Gibson  Wüste ihre heissen Klauen nach uns aus.
Startpunkt war mal wieder Wiluna. Von hier ging es diesesmal nicht auf die Canning Stock, sondern über die "Gewehrrohrpiste". 


Das ist eine der "Bomb Roads" die vom 1995 verstorbenen Lean Beadell 1958  für das Atombombentestgebiet angelegt wurde, das wir erst vor 6 Monaten auf den Anne Beadell Track besuchten.  Diese Strecke  ar die erste Ost West Verbindung in dem,  damals noch unerforschten, Zentral Australien. 


 

 

 

 

 

Zu der Temperatur von 41,7 Grad gesellte sich nun noch starker Wind hinzu, der einen das Gefühl gab in einem Umluftbackofen zu schmoren.ü

 Nach 300 km guter Piste erreichten wir die letzte  Rqinderfarm . Die  Carnegie station, die  nur von zwei Cowboys betreut wurde und die hier in dieser Abgeschiedenheit der Wildnis lebten.


 

 

 Die ellenlange Abenteuerstrasse bzw eher das Abenteuer Wegelein, lagen noch vor uns. 


Doch bereits hier, am Anfang,  klaffte ein Riss  in der Laufläche  unseres Hinterreifen. Unser eigener Reparaturversuch war erfolglos.

 Die Carnegie Station, war wie ein Geschenk für  uns, den zu unserer unerwartenden Freude konnte uns sogar hier in der fernen Isolation geholfen werden ,um daraus wieder ein geignetes Reserverad herzustellen.
Am nächsten Tag mussten wir leider feststellen das auch dieser Reparaturversuch gescheitert war.


 

 

 

 

 

Gegen Mittag fuhren wir in einem leichten roten Sandsturm der über die Gunbarell fegte


Beim pausieren fauchte der Wind um unser Auto. Dunkle Gewitterwolken zogen auf. Die wenige Regentropfen reichten aus für ein paar Grad wohltuende Abkühlung.

 

 

 

 

 

Die weitere Piste war wesentlich besser als wir erwartet hatten. So kamen wir schneller voran als wir es erwartet hatten


 

 

 und erreichten die Abzweigung zur nicht mehr befahrenen Hunt Oil Route. Diese Hunt Oil Strecke die zur Great Central Strasse führt soll extrem schwierig sein.


 Uns bescherte diese Gabelung jedoch ein einladendes Übernachtungsplätzchen mit einer einfachen  Hubpumpe, die nach einigen Hebelschwingen wieder erwartens sogar sauberes Wasser förderte.


Aufgrund eines Gewitter fuhren wir am folgenden Tag nur 40 km weiter.


 Dabei passierten wir die Mündung oder den Beginn des verwaiste Gary Highway. Ebemfalls eine damals geschobene Bomb Road und heute eine Abenteuerpiste die nach Garry Beadell den Sohn von Lean benannt wurde


 

 

 

 

 

Eine Metall Plakette erinnert daran, das lediglich 7 Mann tätig waren um 6000 km Strasse mit Naturbelag zu bauen. Wieviel hunderte von Bauarbeiter und Konstrukteuren benötigt man wohl in Deutschland um eine viel kürzere Strasse zu bauen?


  Diese  war die verwilderte Sektion auf der wir nur langsam entlang schauckeln konnten. Es gab aber auch Umfahrungen der stark ausgewaschenen Trasse. Da solche Side Tracks auch nicht immer so top waren

 

 

 

 konnte man diese aus dem Weg gehen, indem man  eine weitere Spur  der bereits vorhanenen Umfahrung folgte.
Manchmal waren da sogar noch weitere Ausweichspuren bis zum Everard  Berg.


Naja, Berg ist etwas vollmundig.  Aus unserer Perspektive war es lediglich ein Hügel, der Erwähnung fand da die Landschaft ansonsten topfeben war.
Hier zog das nächste Gewitter auf. Das Thermometer zeigte nur noch kühle 25 Grad an.


 

 

 

 Das bedeutete für den nächsten Tag einige Matsch und Wasserlöcher zu durchfahren.




 Das Spinifex  Gras wuchs hier so hoch, das es wieder bis zur Autofensterscheibe reichte.

Die rötliche Wand des Mount Beadell die wie ein Schiffsbug aus der flachen Umgebung ragte, konnten wir sogar mit dem Auto erklimmen. Oben angekommen öffnete sich ein weites Panorama über die Gibson Dessert.

 

 

 

 

Da wir, seit der bereits 500 km hinter uns liegenden Carnegie Station, seit Tagen , bis auf ein einziges  Fahrzeug, niemanden mehr begeneten, wähnten wir uns schon ziemlich in der Abgeschiedenheit.


 

 

 

 

Doch an einer unscheinbaren Abzweigung war es für uns nur noch ein kleiner Schritt, in die viel tiefer liegende Einsamkeit.

Wir betraten nun den aufgegebenen verbotenen Teil des Gunbarell. Es werden jährlich lediglich sehr wenige vereinzelte Fahrgenehmigungen  =Permit  ausgestellt .
Wir aber hatten so ein Permit für die 300 km lange aufgegebene Gunbarell Sektion erhalten


Somit folgten wir nun nicht den Ausgang "Heather Highway", sondern der Spur geradeaus, neben den oftmals metertiefen Auswaschungen die irgendwie umfahren werden mussten bis zur Jacki Junction.


 Die Landschaft und deren Farbspiel  dieser Sektion  gehörte auf jedem Fall zu den Höhepunkt des Gunbarell.

Aber  sie war einsam, diese stille Welt aus Sandünengewächsen und immer blauen Himmel.

 

 

 

 

 

 

Als mittlerweile sehr erfahre Routiniers wählten wir unseren Übernachtungsplatz direkt vor einem Baum, umgeben von picksenden  Spinifex  und nicht sehr hohen  aber stark bewachsenen Sandünen.


Der Platz war zwar  schön, doch.....?


Was könnten wir machen falls das Auto am nächsten morgen nicht wieder anspringen sollte?
 Es lagen noch 100km  Wüste vor uns!
Hätten wir,  die "Erfahrenden" das nicht mal vorher überlegen können?
Warum waren wir nicht einfach mitten auf der Piste, auf einer Anhöhe stehen geblieben, von der unser Gefährt notfalls hätte anrollen können?
Hatten wir geglaubt wir würden die Piste für ein Anderes Fahrzeug versperren? 
Tolle Profis waren wir!
Dabei wussten wir doch das diese Stecke wochenlang und zu dieser Jahreszeit sogar monatelang nicht befahren wird.  Mit Hilfe im Notfall kann hier nicht gerechnet werden.
Wir waren also absolut in "der Freiheit".
Freiheit  bedeutete also auch völlig auf sich gestellt zu sein.

Normalerweise soll man im Notfall immer  beim Fahrzeug bleiben und niemals los laufen. Aber hier war es anders! Monatelang warten? Das würden wir nicht überleben.

 

 

 

 

Denn mit den essbarem Busch Früchten kannten wir uns nicht aus. Wussten aber das es genug giftige davon gab.


 
Ein 100 km  Fussmarsch würde bedeuten drei kühle  Nächte inclusive schwerwiegendes  Wasser und Essen zu schleppen.
 Dieses und andere  Gedanken hier in der Freiheit  verursachten zwar ein unbehagliches Gefühl, aber  im allergrössten Unglücksfalle hätten wir noch ein Rettungspeilsender dabei und müssten keinen Gewaltmarsch durch die Wüste machen. Eben doch Profis.


 Erleichtert waren wir als der Motor am nächsten Morgen bereitwillig ansprang und unsere ganzen Befürchtungen sich in Wohlgefallen Auflösten.

 1042 km nachdem wir Wiluna verlassen hatten erreichten wir die Grosse befahrene Hauptverbindungsstrecke. Den Great Central Highway, 200km von Warbuton entfernt.

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Kommentare: 7
  • #1

    Ortrun (Sonntag, 04 November 2018 10:52)

    Oh,Ihr Zwei, es ist so unglaublich interessant und spannend, Euren Erlebnissen und Gedanken umrandet von den traumhaften Bildern zu folgen. Lieben Dank und weiterhin ganz viel Glück und wundervolle Zeiten. Bleibt gesund!!!

  • #2

    Angelika (Sonntag, 04 November 2018 10:53)

    ...Hallo ihr zwei, euch sind wieder mal ganz tolle Bilder und Beschreibungen gelungen�
    Es macht Spaß euch auf diesem Wege bei eurer Reise begleiten zu können...
    ganz liebe Grüße Angelika und Dirk ��

  • #3

    Iris & Maik (Sonntag, 04 November 2018 13:47)

    Moin Moin aus Hamburg, ein wunderbar kurzweiliger Bericht mit gewohnt tollen Bildern, auch wenn exotische Tiere diesmal keine dabei waren. Wir haben noch 12Tage, dann folgen wir den Zugvögeln. Euch noch tolle Abenteuer und weiter gute Reise!

  • #4

    Arno (Dienstag, 06 November 2018 05:56)

    Hallo Ortrun!
    Dank dir für deine lieben Worte.
    Interressant ist Australien so sehr , dass es einen zwingt, es öfter zu bereisen, der Genuss des offroaden ist nur eines davon.

    Hallo Angelika und Dirk!

    Es freut uns das ihr Spass an unseren Blog habt,  Spass ist auch der Grund , warum wir versuchen, euch , ihr lieben Leser , immer wieder mit Neuen von uns frischen Erlebnissen zu erheitern.


    Hallo Maik und Iris,

    Wir hatten  Kamele getroffen, aber die dürften für euch ja schon langweilig sein. 12 Tage ist ja eine absehbare Zeit, bis auch ihr eure lange Reise  antreten werdet, auf der wir euch  ganz viel Spass, natürliche viele Abenteuer und ein bisschen offroaden wünschen!

  • #5

    Brigitte und Peter (Mittwoch, 07 November 2018 16:32)

    Tolle Bilder, das lockt zum Träumen. Aber leider wird Australien wohl ein Traum bleiben. Na ja, wir trösten uns mit Nordamerika.

    LG Brigitte und Peter

  • #6

    Maren & Bernd (Mittwoch, 07 November 2018 21:22)

    Hi Ihr Beiden, schöne Story, die Gegend ist schon etwas crazy, bei der Vergangenheit. Die Reifen waren doch noch gar nicht so alt. Seid ihr an Boulevard-Reifen geraten oder fahrt Ihr zu harte Tricks?

  • #7

    Arno (Donnerstag, 08 November 2018 01:01)

    Hallo Brigitte und Peter!

    Wie schön euch hier zu lesen, also Nordamerika ist schon eine tolle Alternative, bei euren schönen Bildern bleibt das Staunen auch nicht aus.


    Hallo Maren und Bernd!

    Narürlich fordern diese Wege ihren Tribut, Reifenpannen gehören einfach dazu.