Eintrag 31 : Anne Beadell Highway to Hell?

Prolog:

 

Der 1350 km lange Fahrbahn zustand durch das ehemalige Atombomben Testgebiet, umfasste grobes Wellblech, und ganz grobes Wellblech sowie starkes Wellblech, unterbrochen von heftigsten Wellblech und danach wieder ganz doller Wellblechpiste, durch ein Gebiet das absolut Menschen verlassen war, seitdem die Atombomben hier gezündet wurden.

 


Der Name Anne Beadell Highway ist etwas irreführend.

Denn es handelt sich mitnichten um eine Schnellstrasse, sondern um einen sehr selten befahrenen einspurigen abenteuerlichen Track, der selbst den meisten Australier nicht bekannt ist.

Links:

Typisches Bild vom Anne Beadell Highway

 

 




Die ersten 100 km von Coober Pedy gingen mühelos und zügig über eine breite Wellblechpiste. Bis zu jenem Punkt als wir zum Dingo Zaun kamen, der die Fahrbahn mittendrin unterbrach. Der Weg führte nun 3 km nach links direkt am Zaun vorbei. Dort war ein Tor das geöffnet werden musste, um auf der Andern Seite des Zaunes wieder zurück bis zur Straßenunterbrechung zu fahren.

 


Diese Merkwürdigkeit wollten wir im Bild festhalten. Während ein Wagen auf der rechten Seite des Zaun fuhr sollte der andere auf der linken Seite sein


Arno lehnte sich mit den Fotoapparat über den Zaun und gab nach ein paar Sekunden einen Aufschrei. Denn der Dingo Zaun ist ein Elektrozaun mit Strom alle paar Sekunden.. Der elektrische Impuls hatte ihn voll unter dem Arm erwischt. Dabei handelt es sich nicht etwa um Schwachstrom wie bei einer Kuhweide , sondern es gab schon einen ordentlichen Stromschlag.

Nach einer angemessenen Stromschlagerholungsphase ging es nun weiter durch den Tallaringa Conservation Park. 

 

 


Hier im Park hatte sich der Weg nun verändert-Er war nur noch einspurig und führte durch eng-stehenden Bewuchs. Das rote Wellblechband wurde gröber, so das es uns im Wagen ,mehr durchschüttelte


Der Tallaringa endete nach 100 km und wir kamen in die Woomera Zone in der die Atomaren Versuche durchgeführt wurden.

 

Extra zu diesem Zwecke hatte die Lean Beadell Gunbarrel road construction Party in der großen Wildnis der Viktoria wüste in den 50er Jahren ein 6000 km umfassendes Straßennetz gebaut Betitelt wurden die Straßen nach seinen Angehörigen. Der Anne Beadell Highway, benannt nach seiner 2010 verstorbenen Ehefrau, 


 

 

 Noch immer ist diese Land gänzlich unbewohnt und wurde den Aborigine zurück gegeben. Der Highway führt durch ein , für die Meisten, unbekanntes Gebiet, indem es keinerlei Wasserstellen gibt.

 


Am dritten Tag erreichten wie Ground Zero . Ein Beton Monument verweist darauf das am 15 und am 17 Oktober 1953 die ersten Bomben hier gezündet wurden


Verblasste Warnschilder die jemand mit einen schlichten "boom" aufgebessert hatte oder Schilder mit Symbolen die wir nicht richtig deuten konnten standen rund herum

 

 


Auf der weiteren roten Wellblechstrecke tauchte ein Schild auf das mit 7 Jahre Gefängnis drohte bei betreten dieses Gebietes ohne Erlaubnis (Permit) . Doch das Schild war von 1962 und wir gingen davon aus das es nicht mehr aktuell war.


 

 

Nun steckten wir mitten im Abenteuer, irgendwo alleine inden unendlichen Weiten des australischen Outback. Es war bereits der vierte Tag auf den Anne Beadell und es lagen noch weitere 900 km vor uns.

 

 

Eines der beiden Autos hatte Probleme mit dem Antrieb, so das wir die hintere Kardanwelle amputierten und im Allrad schalteten, um somit mit den vorderen Rädern angetrieben wurden.

 

Die Steckachse bekam mit einen Spanngurt noch ein ordentliches Verband angelegt.


Nicole hatte sich eine Verletzung der Hand zugezogen .

Sie war somit außer Gefecht gesetzt.


Ein Wassertank war undicht geworden und wir waren von irgendeine Wasserversorgung hunderte Kilometer entfernt.

 

Doch bei den arbeiten wurden wir nun so richtig "outspeckig". Obwohl wir trotzdem noch genug Wasservorräte hatten,  rationierten wir das Wasser vorsichtshalber .


Als nächstes befanden wir uns in einem Park für den ein Gremium lange über einen passenden Namen grübelte.

Schließlich kam ihnen wohl doch noch eine tolle Idee:

Nennen wir ihn doch:

"Ungenannt"  = unnamed

 


Bis nach Westaustralien lagen 180 km vor uns , die wir schaffen mussten um nicht in der Camping verboten Zone übernachten zu müssen.


Wir fuhren schnell über die Wellblechrinnen, so das es eigentlich eine Leichtigkeit sein musste, 180 km am Tag zurück zu legen.Doch beim Blick auf dem Tacho wurde deutlich das dieses sehr schnelle fahren gerade mal 40 km/h bedeutet

Denn die Piste war gesäumt von eng stehenden Bäumen und anderen Bewuchs.

 

 


Dazwischen hingen irgendwelche seltsame Gebilde die von weiten wie Plastiktüten aussahen. Beim nähere Betrachtung schien es jedoch etwas von Spinnen gemachte zu sein. Doch das war falsch.Tatsächlich handelt es sich um Kokons von Raupen.

Diese Raupen wandern dicht hintereinander in einer langen Kette. Ihre Haare sind mit Nesseln besetzt bei deren Berührung es zu allergischen Reaktion kommen kann.


In den sandigen Passagen und vielen Kurven geriet man leicht mal ins Schlingern. Vor allem der Wagen mit den Vorderradantrieb war schwer über die Wischiwaschi Piste zu lenken.


Bis eine sehr starke Schräglage kam, den dieser nicht schaffte.

 

Wir holten drei unserer 10 Meter langen Seile, banden diese zusammen um mit den intakten Toyota den Anderen hier durchziehen konnten. Aufgrund dieses zusätzlichen Zeitaufwands erwarteten wir nicht mehr diese lange Etappe schaffen zu können.


Lean Beadell Tochter Conny Sue, nach der ebenfalls einen Strecke benannt wurde, hatte selbst an Volkes Corner 2017 ein neues Roadbook ausgelegt. In diesem hatten wir 32 Eintragung in diesen ersten 4 Monaten des Jahres 2018 gezählt. Das besondere an diesem Tag 5 war das uns 3 Touristen in ihren Allrad Fahrzeugen im Unamed Park begegneten.

 

 


Mittlerweile kamen wir uns schon vor wie auf einer Expedition in der Weite und Abgeschiedenheit. Unsere Fahranstrengung wurde honoriert indem wir wir , nachdem wir einen trockenem Salzsee durchfahren hatten, die Grenze nach Westaustralien und damit zum Spinifex Land erreichten. DIe Uhr konnten wir nun um 1,5 Stunde zurück drehen.

 

 


Das picksende Spinnifex Gras erreichte hier und da eine Höhe bis zur Fensterscheibe.

 

 


Wir hatten diese 180 km an diesem Tag tatsächlich bewältigt und waren im Spinnifex Land angekommen, indem es nach 625 km erstmals Wasser gab. durch eine aufgestellte Regentonne unter einem Shelter. Etwa alle 100 km würde nun so eine Regentonne stehen und damit unsere Wasserversorgung gesichert sein.


Fast währen wir an einer unscheinbaren Abzweigung vorbei gefahren. Dieser Weg, etwa 20 km vor Ilkura, ohne jeglichen Schild führte zu einer Bruchkannte an einem Salzsee, dessen weiches Sandgestein in den Farben rot weiß und gelb ein herrliches Kontrastprogramm gab.



Der Km 785 bedeutete das wir Ilkura erreicht hatten. Permanente Einwohner lebt hier Einer. Hier gab es auch Diesel. Allerdings zum doppelten Preis.  Mit unseren 90 Liter Reservekanister hatten wir pro Fahrzeug 270 liter zu verfügung und benötigten  keinen.

Weiter ging es durch erstaunlich dichten Vegetation in der wir öfters einer Kamelherde begegneten.

 

Nur einmal sahen wir einen der seltenen und faszinierenden Dornenteufel

 

 


Der 8 Tag war lausig kalt, als wir die Kreuzung zum conny Sue Highway erreichten. Erneut hatten wir einen platten Reifen. Bereits in Coober Pedy hatten wir selbst in einen schlauchlosen Reifen einen Schlauch eingebaut. Wir mussten das selbst machen da die Werkstätten diese Arbeit nicht machen dürfen. So hatten wir den Reifen mit zwei Wagenhebern und zwei Brecheisen wieder auf die Felge montiert.


Ab dieser Kreuzung war die Piste wieder stärker frequentiert. Wir traffen 4 andere Gruppen bestehend jeweils aus 2 Fahrzeugen.

 

 

 

Beim Bishop Riley Pulp Berg blieben wir stehen


Wir. Kletterten dort hoch und waren fasziniert beim Anblick der dicken Spinnen die keinen freundlichen Eindruck auf uns machten


Bei einem verlassenen Homestedt gab es noch eine Dusche.

Das benötigte Wasser dazu pumpten wir aus dem Brunnen.

Es war sogar war fast klar und roch nur ein kleines bisschen.

Aber wir genossen das der Blecheimer mit den Löchern im Boden uns das Duschen ermöglichte


Am 11 Tage erreichten wir nach 1370 km Laverton. Die letzten 150 km wurden von Baustellen Fahrzeugen, die dort gerade eine Gaspipeline bauten. dermaßen überfüllt, so das dieses Gebiet überall mit neu planierten Wegen durchzogen wurde.


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Kommentare: 4
  • #1

    Gudrun (Sonntag, 06 Mai 2018 18:23)

    Ihr Lieben,

    ich bin ja so was von begeistert, schön euch DREI zu sehen :o)

    Ihr macht das echt super, Reifenwechsel, Felge bandagiert und und und einfach klasse.
    Es ist wieder tolles Bildmaterial mit Text.
    Der Dornenteufel ist mein persönlicher Favorit, die Kokons auch nicht zu verachten.
    Schön das ihr eine solch tolle Zeit habt.
    Freue mich schon auf unser Wiedersehen.

    Ach ein noch in Eigner Sache ich bin Erste nä nänänäna

    Liebe Grüße an Euch Drein
    Gudrun :o)

  • #2

    Arno (Montag, 07 Mai 2018 04:42)

    Hallo Gudrun

    Erstmal Gratulation zum Platz 1
    Auch für uns ist der Thorny Devil das Lieblingstier in Australien.

  • #3

    Kerstin (Dienstag, 08 Mai 2018 11:02)

    Hm!Mist!

    Schön das es Euch so gut geht!

    Die Frage ist heute eigentlich:tut sie es tut sie es nicht???
    Naja ich sag einfach mal drücke die Nicole heute mal ganz besonders von mir Arno!

  • #4

    Arno (Sonntag, 13 Mai 2018 10:17)

    Danke dir Kerstin.