Eintrag 28: Opal: Eintauchen in eine anderen Welt

Tief in der Erde schlummert ein sagenhafter bunter Schatz aus Stein:

        Der Opal

 

Dieser Schatz wartete nur darauf, endlich ausgegraben zu werden.

 

 

 


Hunderte von Männern sind seit vielen Jahrzehnten dabei, nahezu weltabgeschieden, diesen bunten Opalstein ,in ihren selbst gegrabenen, engen Schächten heraus zu fördern.


Diese Glücksritter buddeln, jeder alleine für sich, auf  ihrem  Claim, mit einfachen Geräten. Ein Claim ist ein 50 mal 50 Meter großes Feld.

 

 


Der hoch geförderte weiße Gesteinsschutt, wird in alten Betonmischern mit Wasser gewaschen, damit anschließend das trainierte Auge der Opalschürfer, dieses Stück für Stück durchsucht.


In den Abfallbergen, die überall wie kleine Maulwurfshügel sich auftürmen, kann man immer noch Opalstücke finden. Opal der übrigens Opel ausgesprochen wird.

 

 


Wir waren in einer merkwürdigen Welt angekommen. Die Bilder die wir sahen und hier wiedergeben, wirken irgendwie abstrakt und unwirklich. Doch das sind sie mitnichten. Sie sind real. Wir empfinde sie vielmehr, als ein Gesamtkunstwerk.

Die vergangenen Jahrzehnte scheinen in den Opalfeldern von Garwin stehen geblieben zu sein. So schürfen und leben die Digger hier in ihren einfachen zusammen gezimmerten, eher provisorisch erscheinende Unterkünften, genau wie damals, als 1928 in diesem Gebiet der weltgrößte Opal gefunden wurde.

Lastwagen und Autos der Generationen vorher werden weiterhin genutzt oder dekorieren nun stilvoll den Lebensraum in den Minenfeldern, in dem weiterhin Tag für Tag in den Löchern geschürft wird.

 


 

 

 

Um eine Vorstellung zu bekommen , begeben wir uns Untertage, in die hundert Meter tiefen, verschlungenen Schächte, die mit simplen Baumstempel vor dem Einsturz gesichert wurden.



 

 

Während draußen hohen Außentemperaturen das wohl befinden einschränken, wird es in den im Inneren der Bergwerke angenehm kühl und Fliegen frei.

Es gibt keinerlei Industrie, sondern überall nur Schüppen, Pickhacke und Bohrhammer.

 

Für das Foto halten wir das Arbeitsgerät nur zum Schein hin. Aber in dem Staub zu schürfen und zu buddeln , das ist nichts für uns. Bzw. wir versuchen mit dem Auge ein paar Stücke zu finden und haben sogar einen kleinen Erfolg. Es ist wirklich sauinteressant.


Zwei Abende verbrachten wir in einer urigen Kneipe , namens „Club in the Scrub“ , gemeinsam mit den sonderbaren, oftmals langbärtigen, Opalgücksrittern, Es sind schöne gesellige Runden und wir hörten mit großen Interesse deren Geschichten. Mit jedem Glas Bier, werden die Opalfundstücke Größer , wertvoller und spektakulärer.


Einige präsentieren derweil ihren Tagesfund, den sie in einem Glas Wasser eingelegt hatten, damit der rohen Opal , der noch von den weisen Gesteinssedimenten umgeben war, deutlicher zu erkennen ist. .

 

Auch ein Goldnugget, der mit einem Metalldecktor aufgespürt, wurde präsentiert und macht die Runde.


 

 

 

Am Tage folgen die Männer wieder ihren Fieber nach Opal und waren in ihren eigenhändig gegrabenen Erdhöhlen verschwunden, die neben ihren einfachen Behausungen entstanden sind.


Verblasste Männerphantasien


Andere Verkehrsregeln


Klare und deutliche Richtungen


Wir sind auf dem Punkt auf der Karte


Fieber nach Opal. Aber auch der Körper fühlt sich nachts, aufgrund der nicht wirklich sinkend wollenden Außentemperatur, so dermaßen warm an, dass man meinen könnte Fieber zu haben.

Der VW Käfer
Der VW Käfer

Die nächste richtige Ortschaft liegt weit entfernt von Garwin. Dort wurde, so um das Jahr 1870, ein Schafhirt und sein Hund vom Blitz getroffen. Ebenso die 600 Schaffe, hatten den Stromschlag aus der Natur nicht überlebt. Daher bekam der Platz den Namen Lightning Ridge. Aber erst 1908 wurden die ersten Häuser erreichtet und Anfang der 60er Jahre brach hier der Opalrausch aus. Die Ortschaft Lightning Ridge wurde 1963 anerkannt und setzt heute stark auf Touristik.


Wir trafen dort David. Sein Vater war einer jener Glück suchenden, der ab 1969 hier Opal schürfte. David war damals erst 6 Jahre alt, als seine Vater und seine Mutter Melbourne verließen. Er erinnert sich, wie seine Eltern ihn damals gelockt hatten, mit eine Reise durch Australien.

Damals hatte er nicht ahnen können, dass er in den Opalfeldern sein neues Zuhause findet, welches er Zeitlebens nicht mehr verlassen würde. David ist einer der hunderten von Männer, die heute noch Untertage nach Opal schürfen.



Nirgendwo sonst, hatten wir bisher soviel und so große Emu Herden gesehen, wie auf dem Weg nach Lightning Ridge.

Deshalb beobachteten wir extrem gut den Strassenrand. auf dort stehende Emus und auf Kängurus.

Denn ausnahmsweise fuhren wir in der Dunkelheit, mit geringer Geschwindigkeit, zu unsern Übernachtungsplatz..


Doch trotz aller Achtsamkeit, sprang plötzlich ein Känguru aus dem Gebüsch, direkt gegen die Fahrertüre. Es rummste und wir hielten an.

Wir hofften das dem Känguru nichts passiert war. Als wir ausstiegen sahen wir, dass es sich kurz benommen wieder aufrappelte um davon zu hüpfen . Es war mit dem Schrecken und vielleicht ein paar blaue Flecken, davon gekommen. 


Dieses schöne Exemplar befand sich in Sicherheit
Dieses schöne Exemplar befand sich in Sicherheit

 

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Aber die zahlreichen Emu, Känguru, Wildschwein oder Waran Kadaver am Straßenrand, zeigten die traurige Realität , das die Tiere den Crash oft nicht überlebten.

 

Bei einen großen Waran, den wir bereits Tod auf der Straße fanden, hielten wir an, um diesen wenigstens ins Gebüsch zu tragen.


Rückblende:

Um bis in die Opalgegend zu gelangen, nahmen wir die meist asphaltlosen Straßen, die sich entlang der Grenze zwischen dem nördlichen Queensland und dem südlichen New South Wales befindet

 

So pendeln wir immer wieder hin und her über die Grenze. Damit wechselt auch ständig unsere Zeitzone, in der wir uns befanden, um eine Stunde.


Nur wenige Tage lagen hinter uns seitdem wir die tropische Zone hinter uns ließen.


Doch es ging nur langsam voran.

 

Es warbereits der neunte Reisetag, seitdem wir Brisbane verlasse hatten, da überraschte uns ein Schild auf dem stand:

 

129 km bis Brisbane.

 

Weiter waren wir noch nicht entfernt?

 

Dabei hatten wir in den 9 Tagen schon mehr als 700 km zurück gelegt.


Wir hatten wiedermal die Grenze von Queensland

nach New South Wales überquert und mussten die Uhr erneut eine Stunde vorstellen.

Auf dieser Seite befand sich der Border Range Nationalpark, der direkt am Queenslander Lamington Nationalpark grenzt.

 

Anders als in den Gebührenfreien Parks in Queensland, werden in den von New South Wales Eintrittsgelder erhoben, die mittels Selbstregistration am Eingang fällig sind oder man kauft sich eine Nationalpasskarte,


 

 

 

 

Ein Schild weist darauf hin das wir nun 14 mal den gleichen  Fluss durchfahren müssen.

 

 

Ein paar Durchquerungen siehe Bilder unten




Bei Standhorpe entdeckten wir die eng zusammenstehenden Felsen des Donelly






Standhorpe



In Mugindi legten wir am Grenzfluss einen Ausrruhtag ein


200 km sehr staubige Staubstraße, durch topfeben abwechlungsarme Landschaft, mussten nach den Opalfeldern bewältigt werden.

 


 

 

Der Weg bestand aus jenem weißen Gesteinsschutt, der aus den Opalminen heraus gefördert wurde und war gut zu befahren. So konnte in der Strassendecke sogar nach Opale suchen. .


Die Sonne brannte mit 42 Grad erbarmungslos. Es gab kaum Schatten. Somit kaum ein Plätzchen zum Anhalten und irgendwo zu verweilen, zu pausieren, wie wir es gerne machten.

Aber im Outback hatten wir trotzdem mehr Kontakt und Gespräche mit den hier lebenden Menschen, als in den dichter besiedelten Küstengebieten.

 

Kommt endlich mal ein Fahrzeug von vorne, hielten wir an, stellen den Motor ab und unterhielten uns geradezu so ,als ob man sich schon lange kennen würde.



Von Bourke begaben wir uns wieder auf rote Staubstraße, mit viel weichen Bulldust. Wir passierten eine kleine Ortschaft Yantanbulla, die erst vor wenigen Jahren aufgegeben wurde 


und machen einige bizarr wirkende Bilder ,von dem weit verstreut herumliegenden Gegenständen. 




Leider lag dort auch viel Draht. Ein Drahtstück bohrte sich in unseren neuen Reifen.


Beim Grenzübergang Hungerford überraschte uns ein Genzaun mit ein geschlossenes Tor das wir öffnen müssen um hindurch zu kommen. Bereits unterwegs setzte der erste Regen ein, der die Piste an einigen Stellen, wie mit Schmierseife, verwandelte. Die Weiterfahrt wurde in Hungerford unterbrochen da es in der Region Eulo sehr stark geregnet hatte und die Pisten daher gesperrt wurden. Aufgrund der dunklen Wolken die rundherum waren, wählten wir den Campingplatz, auf den außer uns, niemand war.

 

 

 


Der Grenzort Hungerford besteht aus einem Pub, einer handvoll Häuser und einer Polizeiwache, sowie den hiesigen Campingplatz. Es gibt keinerlei Einkaufsmöglichkeiten im Umkreis von 150 km. 

Die Einwohnerzahl wird so gerade eben in dem zweistelligen Bereich gehen. Um genau zu sein 14 Einwohner. Das ist nicht genug um den Ort in das Mobilfunknetz zu integrieren.

Somit hatten wir keinen Internetempfang und keine Verbindung zur Aussenwelt.


 

 

Im nahen Nationalpark von Hungerford liegen Überreste von "Damals"


 

 

Der Supermarkt von Eulo mit integrierter Tankstelle



Wir legten nun mehrere Snoozel Tage ein.

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Kommentare: 4
  • #1

    Jost Michael (Samstag, 10 März 2018 09:14)

    In so einem Kaff mit 14 Einwohnern und ohne Internet würde ich ramdöselig werden und mir die Kugel geben

  • #2

    Arno (Samstag, 10 März 2018 15:04)

    Hallo Michael
    Ohne Internent in der heutigen Zeit ist schon schwer vorstellbar und auch für uns nicht das Richtige.Aber die 14 Leute kennen sich alle untereinander und sprechen miteinander.

  • #3

    Kerstin (Donnerstag, 15 März 2018 20:03)

    Immer wieder schön!Die Berichte und Bilder...

    Besonders den Männerphantasiebaum fand ich sehr interressant....Was es alles
    für Baumarten gibt!

    Weiter so Ihr Beiden!

  • #4

    Arno (Freitag, 16 März 2018 03:16)

    Hallo Kerstin
    Den Baum mit den verblassten Männerphantasien fanden wir auch cool. Insbesondere da es dort ja auch kaum Frauen gibt die dort nach Opale buddeln.