Eintrag 25 Aus dem Dschungelbuch Tief in Queensland

Zwischen Dschungelbuch und dem rauhen Outback

 

 

Sternzeit zweinulleinsacht:

 

Unendliche intergalaktische Weiten;

 

Weiter geht es durch das raue Abenteuergebiet auf den fünften Kontinent.

 


 

 

 

 

 

 

Wieder tauchen wir ein in die eindrucksvollen Tiefen der scheinbar unendlichen Weiten


Während der rumpeligen Fahrt am Meer entlang unter den Kokospalmen , hören wir Musik vom USB Stick, mit Songs deren Rocksänger oftmals bereits verstorben sind. Für uns jedoch hörte sich deren Musik so frisch an, wie vor 30 Jahren als wir noch jung waren.

Wir sind nun 55 aber so sehen wir nicht aus.

Wie auch immer man mit 55 aussehen sollte.

 

.


Jedenfalls passend zu unseren Gefühl schreit und krächzt derweil ein Eric Burdon seinen Song „When I was Young" aus voller Seele aus dem Lautsprecher unseres Autoradio.

So gepeppt und animiert nimmt Nicole die Gelegenheit war einen Tandem Paragleitflug über das Great Barrier Meer zu machen.


                                                         Dschungelabenteuer

Wir sehen den Yellow Bellied Sunbird und den Bush Stone Curlew, auch genannt Burhinus Grallarius. Auch der Crimson Finch bekannt als Neochmia Phaeton oder der Striad Heron …..

Oh,

 

Ich glaube an dieser Stelle hat jeder Leser bereits gelangweilt abgeschaltet.


Was ich aussagen wollte ist, dass wir, in der tropischen Atmosphäre des Hidden Valley, auf einer Vogelbeobachtungstour waren und das Gezwitscher der Vögel des Regenwald genossen.

 

 


Mit dicke Wanderschuhen ausgerüstet stapften wir über den engen Dschungelpfad . Der undurchdringliche Bewuchs rechts und links war großartig. 


Es war toll zu sehen welch ein Formation die trichterförmigen Pilze annehmen können. Deren Kelch stand voll Wasser.

 

 

Der Wurm

 

 

Doch plötzlich, genau an dieser Stelle, bemerkte ich einen juckreiz auslösenden Wurm an meinen Bein.


Dieser hatte sich fest gebissen und war gar nicht so leicht zu entfernen. Auch bei Nicole hatte sich so ein Wurm festgesaugt. Wir liefen weiter ohne stehen zu bleiben. Trotzdem schafften immer mehr von diesen Viechern sich wahrend des Laufens an unsren Schuhen fest zu krallen. Nachdem sie sich den Schuh hoch gehangelt hatten, setzten sie sich auf unsere Beine und saugten unser Blut aus. 


Denn es waren gar keine Würmer, sondern Blutegel. Wir versuchten sie immer so schnell wie möglich zu entfernen, was uns jedoch nicht immer gelang und diese blutrünstigen Viecher saugten uns aus.

 

 

 

 

 

 

 

Bild des

Blutsaugers


Bis wir zu den Wasserfällen kamen, bei den wir uns von den Tierchen endgültig befreien konnten.

In jedem Schuh war mindestens ein Wurmblutegel bis zu den Zehen vorgedrungen und hatte sich voll gesaugt, so das die Füße und der Schuh von innen Blutverschmiert waren.

 

 

Nerven Gift Gewächse

Den Rückweg kürzten wir querfeldein ab. Das war nun auch nicht die perfekte Idee. Denn am Ende scheiterte dieses fast an einer nur zwei Meter hohen Böschung, die zur Straße führte. Zurück wollten wir nun auch nicht mehr und kämpften uns doch durch das unerwartete stachelige und picksige Gewächs hoch. Hätten wir gewusst, um welches Dornengewächs es sich handelte, wären wir lieber umgedreht.


Denn als ob es nicht schon genug giftige Tiere im australischen Regenwald gäbe, so stießen wir nun auf Blätter und Stengel, die mit feinen Dornen besetzt waren, deren Gift Nerven schädigend ist und so schmerzhaft, das die Schmerzen monatelang anhalten können.

 

 

 

Unser Auto war von dort nur wenige Minuten entfernt und sofort wuschen wir unsere juckend und brennende Beine mit Wasser und Seife ab. Dieses hatte bestimmt schlimmer länger anhalten Symptome verhindert.


Paronellas Dschungelbuch

Am späten Nachmittag rollten wir im Paronella Park ein. Uns erwartet dort ein Schloss das in den tropischen Regenwald errichtet wurde, Im humanen Eintrittspreis war sogar der Campingplatz, mit allen Komfort, inbegriffen. Wir fühlten uns wie bei Mogli aus dem Dschungelbuch, als er in den Tempelruinen bei King Lui war, der von ihm wissen wollte wie Menschen Feuer machen.


Denn es gab noch eine nächtliche Führung durch den Park, indem die Gemäuer ähnlich verwunschen wirkten. Es gab einen beleuchteten Wasserfall, Tunnel , Brücken, Treppen und in den Wassergräben tummelten sich nicht nur Fische, ein fetter Aal  sondern auch ein merkwürdige  Schildkröten Spezie.

 

Wer kennt Glühpilze?


 

 

 

Glühwürmchen ist ja für uns nichts unbekanntes . Aber das es auch Pilze gibt die in der Dunkelheit leuchteten war uns neu. Diese Glühpilze saßen versteckt zwischen den Moos überzogenen Mauerresten. Durch das Licht ziehen die Pilze Insekten an die durch die Sporen krabbeln und auf ihren weiteren Weg diese verteilen so das neue Pilze wachsen können. Das Lichtsignal dient also auch bei den Pilzen zur Fortpflanzung.


In den 30er Jahren hatte der Spanier J.Paronella seine Vision ein Schloss im Urwald zu errichten, indem die Bevölkerung sich entspannen kann, hier umgesetzt. Irgendwann nach dem Tode Paronella verfiel das Schloss langsam. Die Natur überwucherte alles und es stand sehr lange zum Verkauf.


Mark Evans der jetzige sympatische Eigentümer diese Parks, den er vor 23 Jahren gekauft hatte, kam noch , - wie er es nach jeder abendliche Nachtwanderung zu tun pflegte, - zu unseren kleinen Gruppe von 13 Leuten, um sich persönlich zu bedanken und erfreute uns noch mit einigen Geschichten und Anekdoten rund um den Park.

 

 



In der Nähe befand sich auch ein angelegter Skywalk durch die Baumkronen in 40 Meter Höhe. Da wir am morgen die ersten dort waren kamen wir in dem Genuss dort ganz alleine zu sein.

 

 



Seitdem wir von der Cape Tribulation kamen , sahen wir die Warnschilder am Straßenrand, auf denen ein seltsamen Vogel zu erkennen war. Doch zu sehen bekamen wir die ganze Zeit keinen, da die Tiere anscheinend sehr scheu sind. Mittlerweile fingen wir schon an zu bezweifeln, das hier überhaupt noch welche rumlaufen. Bestimmt gibt es die nur noch in Papua Neuguinea. Doch auf den Weg in die Tully Schlucht wurden wir eines besseren belehrt.

Schon mal etwas gehört von        Kasuare?


Plötzlich kam einer der Casowary Vögel mit dem markanten blau leuchtenden Kopf und roten Hals aus dem Gebüsch. Beeindruckend wie groß dieser in Natura aussah. Sie werden bis zu 1,70 Meter groß und mit einen Körpergewicht von 60 Kg sind sie auch kein Leichtgewicht. Doch bis wir die Kamera startklar hatten, konnte dieser sich bereits wieder in der Tarnung des Waldes verkrümelt.

 

Sie gelten als die gefährlichsten Vögel der Welt


Kasuare : Die Dolchkämpfer

Denn sie haben äußerst Kräftige Beine und am Fuß eine lange Messerscharfe Kralle, die sie als Waffe einsetzen und schwerste Verletzungen zufügen können, indem sie mit beiden Beinen gleichzeitig zutreten. Besonders aggressiv sollen sie sein wenn sie Nachwuchs haben.

Nur einige Kilometer später tauchte erneut einer auf . Dieser Casowary war begleitet von seinen drei, nein wir zählen sogar vier, Jungen . Diesmal waren wir schnell genug mit der Kamera um den flugunfähigen Vogel abzulichten.

 

 


Unseren Übernachtungsplatz wählten wir am Aussichtspunkt. Allerdings gab es hier viele Fliegen die beißen konnten. Oder war es ein Stechen? Wie auch immer. Jedenfalls attackierten sie uns unaufhörlich, so das wir uns rasch in den Wagen verzogen.


Charter Towers

Es war der siebte Tag, nachdem wir unsere drei wöchiges House Sitting Domizil bei Cairns verlassen hatten, als wir die 9000 Einwohner Stadt mit dem seltsamen Namen „Charter Towers“ erreichten. Uns gefiel diese, da sie Aussah wie eine australische Stadt aussehen sollte. Keine Hochhäuser sondern älter farbenfrohe Gebäude aus Stein und Putz mit Verschnörkelung hier und da.


Wir bummelten ein bisschen herum, wobei wir nirgendwo einen Internetverbindung bekommen konnten . Weder in der Bücherei oder im Besucherzentrum noch bei Mac Do bekamen wir einen Zugang. Denn am Tag zuvor hatte ein schwerer Sturm das Netz zusammen brechen lassen und konnte bisher nicht wieder hergestellt werden.

 

Ein weiteres Problem machte sich bemerkbar. Unsere Kupplung. Doch bis ins über 500 km entfernte Barcaldine sollte sie noch durchhalten.


Nach 70 zügigen Kilometer auf dem Auto leeren Highway Nummer 6, bogen wir ab auf unbefestigte Fahrbahn, die nicht in unsere Maps me Offlinekarte verzeichnet war.

In den Tiefen dieses gigantischen Erdpflatschen

Wenige Minuten nachdem wir einen Übernachtungsplatz bei einer Felsformation gefunden hatten kam dann doch ein Road Train vorbei gestaubt. Bald darauf ein zweiter Road Train Viehtransporter. Gefolgt von einem dritten der gleichen Sorte. Danach war wieder absolute Ruhe.


Die staubige Piste führten zum völlig ausgetrockneten Lake Buchan, mitten in den eindrucksvollen Tiefen dieses gigantischen australischen Erdpflatschen.

 

 


Ein knochentrockener unpopulärer See, der bereits weit genug entfernt lag, von jener geschäftigen Great Barrier Touristik an der Ostküste, mit seinen zahllosen Dollar verschluckenden, über reichhaltigen Entertainment Angeboten,

wie

 

Jetski fahren, See Kajaks mieten, tauchen, Koala Streichelzoo, Rafting, Glasbodenboote , Barrakuda Fischen, Radfahren, Hubschrauber Rundflüge

und und und.....


Dieser See ohne Wasser lag nur etwa eine Tagesreise entfernt von der Hauptströmungsroute der weisen Mietcamper oder Deren , die per „Work and Travel“ der Küste entlang zogen. Und doch begegneten wir in dieser Gegend überhaupt keinen Menschen mehr.

 

 


 

 

 

 

 

Wir begegneten zwei Emus, einen Dingo und zahlreichen Kühen und sonst nichts und niemanden.

 

 



Abends saßen wir draußen in unserer neuen lila und grünen Wohnzimmergarnitur Typ Klappstuhl mit Tuch um die Flughunde zu beobachten.

 

Da näherte sich uns ein Wildschwein .

Huch, es war wiedererwartens so gar nicht scheu , so das es bis auf ca. 30 Meter zu uns heran kam. Das es so dicht kam wunderte uns da es hier in der Abgeschiedenheit wohl bisher noch nicht wirklich Kontakt mit Menschen gehabt haben wird.

 

Wir blieben derweil ganz ruhig sitzen.

Denn das war unser Abendprogramm.

Geruchsecht und ohne Fernbedienung zum Umschalten. Aber „weg zwitschen“ war sowieso nicht erforderlich da es in unserem Programm keine Werbeunterbrechungen gab.


Für uns ging es ins Zentrum der Hitze. Barcaladine im Herzen von Queensland beschreibt sich selbst als einen Ort wo die Wurzeln tief sind, mit Menschen die sich mit einem lächeln Grüßen. _es ist die Heimat von lediglich 1600 Menschen und doch so sagt man, trifft man überall in der Welt jemanden der sagt ich komme aus Barcy.

 

 

Wir bleiben ein paar Tage bei Jack den wir letztes Jahr während unserer Garry Junction Querung getroffen hatten. Der Beitrag mit Jack klick hier

und der Wagen bekommt eine neue Kupplung.

Größen vergleich Australien mit Europa


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Kommentare: 17
  • #1

    Lura (Dienstag, 23 Januar 2018 06:20)

    Hallo aus Hamburg, das Schloß sieht ja spannend aus, Dsungel in Australien, das kannte ich nicht. Es bleibt spannend, Eure Berichte zu lesen.
    Liebe Grüße
    Bernd

  • #2

    Rosa und Sunder (Dienstag, 23 Januar 2018 12:45)

    Grüße aus dem Blockhaus Winterhude.
    Tolle Vögel.
    Rosa und
    Sunder Martin

  • #3

    Angelina (Dienstag, 23 Januar 2018 13:56)

    Tolle Bilder! Da habt ihr ja wieder schöne Tiere getroffen. So einen Kasuar würde ich auch gerne mal sehen. Stelle ich mir echt mächtig vor. Das Schloss sieht auch sehr schön aus. Fluoreszierende Pilze - faszinierend was die Natur so hergibt.

  • #4

    Betti aus Koberg (Dienstag, 23 Januar 2018 14:15)

    Wow .... Waaahnsinn! Wunderschön! Und so weiter und so weiter mehr davon! Grüße von Torsten und Betti

  • #5

    Arno (Mittwoch, 24 Januar 2018 04:03)

    Ui, vier nette Kommentare bereits. Das ging ja fix.
    Wir freuen euch denn es ist für uns immer schön zu sehen das der Bloog auch gelesen wird.

    Wir grüssen euch. Aus den warmen Herzen Queensland.

  • #6

    Philip (Mittwoch, 24 Januar 2018 10:32)

    Ahoi!
    Ja, immer wieder schön, von euch zu lesen! So eine unterschiedliche Welt zum hier üblichen Winter-Einheitsgrau... Habt noch viele spannende Abenteuer da und lasst es euch gut gehen!
    Besten Gruß!
    Philip

  • #7

    Sina (Mittwoch, 24 Januar 2018 20:25)

    Ich freue mich sehr von euren tollen Abenteuern lesen zu dürfen. In Gedanken bin ich bei euch

  • #8

    Arno (Mittwoch, 24 Januar 2018 23:03)


    Hallo Phillip
    Es ist schon ein krasser Unterschied zu Deutschland hier. Wir können uns fast gar nicht mehr Erinneren wie Winter ist.

  • #9

    Arno (Mittwoch, 24 Januar 2018 23:06)

    Hallo Sina,

    Schön das du uns begleitest auf den seltsamen Abenteuern des Arnos und der Nicole

  • #10

    Michael Jost (Freitag, 26 Januar 2018 10:54)

    „Wir können uns fast gar nicht mehr Erinneren wie Winter ist“...seid froh, ist einfach nur dunkel, kalt, nass und grau ...

  • #11

    Arno (Sonntag, 28 Januar 2018 23:47)

    Hallo Michael
    Habe ich mir auch so vorgestellt. Wir vermissen den Winter nicht!.

  • #12

    Ralf (Freitag, 02 Februar 2018 00:31)

    Moin ihr Lieben,

    immer wieder schön von euch zu lesen! Ist schon erstaunlich was man Autos so alles zumuten kann! Ach ja, und Blutegel sind gut gegen Krampfadern, aber die Gefahr sehe ich bei euch eher nicht!

    Weiterhin viel Spaß!

    Viele Grüße

    Ralf

  • #13

    Arno (Freitag, 02 Februar 2018 00:43)

    Hallo Ralf
    Natürlich ist von Blutegel nichts zu befürchten und wir wissen das man sie auch therapeutisch nutzt.
    Wellness Vergnügen stellen wir uns aber anders vor.

  • #14

    Jens (Freitag, 02 Februar 2018 21:53)

    Vielen Dank dafür , dass wir euch bei euren Abenteuern begleiten können. Verschneite Grüße aus Winterberg :o)

  • #15

    Arno (Samstag, 03 Februar 2018 01:32)

    Hallo Jens
    Schön das zwisxhen der Arbeit noch Zeit findest um uns bei unseren Reise zu verfolgen.

  • #16

    Manfred und Hilde (Montag, 05 Februar 2018 04:25)

    Hallo, Ihr Lieben,
    aus Ägypten zurück lesen wir mit Spannung eure Erlenbisse.
    Wann kommt ihr wieder?
    Ägypten war so toll, dass wir uns hier erst mal wieder neu einleben müssen.
    Aber wem sage ich das!!!!!!
    Bleibe gesund und munter ...

  • #17

    Arno (Montag, 05 Februar 2018 10:55)

    Heute haben wir noch von euch gesprochen und zack da ist auch schon ein Komentar von Hilde und Manfred.
    Ihr seit ja nun auch sehr lange in Ägypten gewesen.. Wenn die Temperaturen in Deutschland erträglicher sind werden wir uns dort mal wieder sehen lassen.