Eintrag 22 Next Stop Kununurra

Die Nächte sind in dieser Jahreszeit wirklich sehr heiß.

 

Jede neue Nacht sind wir der Meinung, das "Dieses" die wärmste Nacht ist die wir je hatten. 

Nur um nächstes mal festzustellen, dass auch die folgenden Nächte nicht kühler werden.

 

 

Wir bezwingen diese hohen Temperaturen mit Wassergekühlten nassen T-Shirts und den kleinen 12 Volt Ventilatoren, die die ganze Nacht ihren quirligen Dienst verrichten.


 

 

Entschädigt werden wir mit phantastischer Sonnenuntergänge , wie z.b. dieser, der uns an einem recht schwierig zu findenden großen See, namens Lake Monte Gordon, präsentiert wurde.


 

 

Die Nacht verbrachten wir an jener schattigen Palm Spring.

Eine Süßwasserquelle in deren Pool, wir auch baden konnten. Dahinter zweigte ein alter Off Road Weg ab, der durch dichtes Spinnifex und dicken, in Blüte stehenden Boab Bäumen sowie vielen meter hohen Termitenhügeln führte. Doch nach 6 km wurde diese Strecke so stark vom Gras überwuchert, dass wir kaum eine Fahrspur erkennen konnten. 

Was macht man in und um Halls Creek?

 

Von dem 1000 Einwohner großen Halls Creek, das an der Hauptverbindungsstraße liegt, folgten wir zunächst der Duncan Road, zu den weißen Quarzsteinen, der sogenannten chin Mauer. Diese bis zu 5 Meter hohe Mauer die aus Blöcken besteht ein Überbleibsel der Erosionen des rundherum weichen Gesteins.

 

Es ging kurvenreich, durch eine Hügelketten, bis zu einer Quelle, die in einem Pool mündete.


Neben der Palm Spring lag versteckt ein altes, halb zerfallendes Gebäude aus Blech, indem anscheinend mal eine Autowerkstatt war. Darauf deuten die vielen Motorteile hin und die Schrottautos im Garten, aus jenen Jahren, als die Werkstatt noch aktiv war-


Was klapperte denn da?

 

Irgend etwas hinten am Auto.verursachte Geräusche, die dort nicht hin gehörten. Wir stellten fest, das wir anscheinend beim Radwechsel, die Muttern nicht fest genug angezogen hatten, so das diese sich nun lockerten. Das anziehe der Schrauben war schnell gemacht, anders als den Reifen von der Felge zu bekommen.


Wie man einen Reifen von der Felge bekommt

 

Das Rad hatten wir dazu flach auf den Boden gelegt, um  s

mit dem Vorderrad, des einen Fahrzeug, darauf zu fahren ohne die Felge zu berühren.

Trotzdem fluppte es nicht von der Felge runter. Deshalb Ventil reindrehen und erneut versuchen. Das war erfolgreich.

Das gleiche nun mit der Anderen Seite.  Weil nun jedoch keine Luft mehr im Reifen war, ging es so nicht. Spülmittel auf den Reifen und mit dem zweiten Auto auf die Andere Seite des Reifen gefahren. Dann immer mit dem Vorderreifen hin und her bis die Metallfelge den Reifen frei gab..

Mangels Montiereisen haben wir mit zwei Brecheisen den gelösten Reifen über die Felge hebeln können.


Wieviel Liter Wasser verbraucht ein Radfahrer pro 100 km im Purnululu?

 

    Über eine sehr staubige, wellenförmige Schotterpiste, ging es mit abgesenkten Reifendruck, 

 in den Bungel Bungel Nationalpark 

Termitenhügel in der Mitte oben
Termitenhügel in der Mitte oben

 Die Strecke schlängelte sich 52 km durch die Berge und

5 mal mussten wir durch einen Fluß von 40 bis 50 cm Wassertiefe fahren. Außerdem brannte die Sonne unbarmherzig heiß.

Umso erstaunter waren wir daher auf dieser Piste einen Radfahrer zu treffen.

Khang war aus Hongkong. Sein Trinkwasservorrat  faste lediglich 3 Liter und war bei dieser Hitze und der Anstrengung innerhalb kurzer Zeit aufgebraucht.

Khang hatte diese schwere Zufahrtstraße  kombiniert mit der extrem hohen Tagestemperaturen die  zur Trockenzeit hier herrschten, falsch eingeschätzt. Er war froh das wir sein Fahrrad einpackten und er mit uns fahren konnte. Die folgenden  Wanderungen in den nächsten Tagen unternahmen wir mit ihm gemeinsam.


 

 

Die Bungel Bungel Range im Purnululu Nationalpark,

 

In 7 Tage hatte Gott die Welt kreiert und sich in dieser Gegend wohl besonders viel Mühe gegeben.

 

 

Doch um diesen Ort zu erreichen mussten zunächst Flüsse durchfahren werden.

 

 


 

Ein geheimnisvolles Felslabyrinth,  von bis zu 250 Meter hohe rotgrau getigerten Sandsteindomen, die Aussehen wie riesige steinernde Bienenkörbe, faszinieren einen mit ihrer überwältigen Schönheit. Deshalb hatten wir es nicht besonders Eilig nach Kununura zu gelangen


Der Weg durch die Schlucht verengte sich auf eine Spalte die teilweise nur noch 1 Meter breit war. Dieser imposante Riss im orangerotem Berg, war gut 400 Meter lang und auf den letzten Stück dieser Sackgasse mussten wir einige Felsen über kurze Leitern überwinden.


Am Ende der Schlucht angekommen, waren wir wie in einem Kessel gefangen. Die Wände rundherum, ragten gut 100 Meter in die Höhe. Plötzlich, ein seltsames Geräusch von oben, das wir zunächst  nicht zuordnen konnten. Bruchteile von Sekunden später, schlägt ein Felsbrocken direkt neben uns auf den Boden. Mit diesem prasseln viele kleine Steine um uns herum.

Der Eine schreit "Steinschlag"

der Andere "Weg Weg Weg."

Wir alle rennen um unser Leben.

 

 

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Erst nachdem eine Totenstille eintrat, konnten wir begreifen was passiert war und begreifen, das wir just in diesem Moment enorm Glück hatten: Ein etwa 10 Kg schwerer Felsbrocken hatte sich irgendwo weit oben, in der steilen Wand, gelöst und bei seinem Fall in die Tiefe, mehrere lockere  kleinere Steine  mitgerissen.


 

Die Schlucht im Bungel Bungel war schon faszinierend.

 

Umso überraschender war es, das hier der Tod auf uns lauerte und nur knapp verfehlte




Manch ein Weg ist zu dieser Jahreszeit bereits gesperrt


Gesperrte Wege bedeuten für uns den Knoten der weiteren Route zu lösen.


In 7 Tagen hatte Gott die Welt geschaffen .

In 6 Tage haben wir von Halls Creek nach Kununurra geschafft

 

Am sechsten Tag nachdem wir Halls Creek verlassen hatten, erreichten wir am frühen morgen die Stadt Kununura. Mit 5000 Einwohnern ist es  die zweit größte Stadt in den Kimberley und für uns die erste größere seitdem wir in Perth vor 36 Tagen gestartet waren. Endlich wieder Lebensmittel einkaufen.

Wir wollten 4 Tage bleiben.

Doch daraus wurden 14 Tage.

 

 


 

King River  Karunjie Track     Die Abschluss Fahrt

Von Wyndham ging es auf den King River Track. Allrad benötigten wir zunächst nicht, sondern konnten gut im ersten oder zweiten Gang mit einer Geschwindigkeit von bis zu 23,5 km/ voran rauschen.

 

Doch dann kamen wir auf eine trockene Lehmdecke.

 

Der Weg, der mehr eine Fahrspur war, führte über eine Überschwemmungs Ebene. Zunächst auf festen Grund . Doch in der Mitte wurde es langsam weicher und ich benutze blitzschnell das Lenkrad, um eine volle Drehung zu machen.

Das war die letzte Rettung, um nicht mitten im See im Schlamm zu versacken. 

 

Wir liefen alles ab um eine feste sichere Passage zu finden.


 

 

 

 

 

 

 

 

Das bedeutet echtes OFF ROAD.

Wir entschieden uns  den Matsch auszuweichen, indem  wir zunächst  am Rand des trockenen See fuhren,  bis wir durch das dichte Grasland uns selbst einen Weg bahnen mussten.

 

Tiefe Aus und Verwaschungen charakterisieren den weiteren Streckenverlauf. Wir sind da mehr gesprungen als gefahren.

Das alles war enorm Zeitaufwendig.

 

 


Erschwerend kam noch hinzu, dass einige Passagen mit Wasser gefüllt waren und  der schlammige Untergrund darin erlaubt es nicht, dort langsam und behutsam durch zufahren.

 

Ein erster tiefer Fluss versperrt das weiter Vorankommen undzu Fuß suchten wir erneut eine Umfahrung.

 

 

 

 


 

Doch dahinter tauchte ein zweiter kleinerer Wasserlauf auf der sich versteckt durch die Graslandschaft schlängelte. Der Voraus fahrende Land Cruiser rutscht, bei dem Versuch dort durch zu kommen, mit einer Seite in den Schlamm und bleibt stecken.

 

Nicole schafft es über eine lehmigen steilen Buckel , direkt  neben den stecken gebliebenen Wagen, vorbei zu kommen und so den krallen des Matschloches zu entkommen.

Damit hatten wir eine gute Ausgangsposition, um das Auto mit der Seilwinde bergen zu können.

 

 



Schließlich kamen wir zu der Stelle, bei der wir letztes Jahr. aufgrund der meter tiefen Auswaschungen, aufgegeben hatten. Nach fast einer Stunde hatten wir auch diese Stelle überwinden können.

 

 

Nun ging die Sonne unter und wir blieben am Pentecost River mit tollen Blick, auf die sich im Sonnenlicht verfärbende, Cockburn Range.

 

 

Es waren nur noch 6 km bis zur sicheren Gibb River Road, die wir am nächsten Tag in einer Stunde schafften.

 


Nun liegen wieder gut 3000 km, bis zur nächsten richtigen Einkaufsmöglichkeit ,vor uns. 

Wir sind wieder alleine Unterwegs um durch 3 Nationalparks zum Savanah Way zu gelangen, der uns nach Cairns führen wird.

In Cairns werden wir über die Feiertage ein House Sitting Stop einlegen.


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Kommentare: 9
  • #1

    Michael Jost (Samstag, 18 November 2017 20:05)

    Nur noch 3000 km? Das seid ihr ja fast schon da....

  • #2

    Kerstin (Montag, 20 November 2017 17:33)

    Bei Euch macht der Schutzengel ja wieder Überstunden.....

    Mal wieder total schöne Bilder und Geschichten.
    Weiter so .Ich drücke Euch!

  • #3

    Arno (Dienstag, 21 November 2017)

    Hallo Michael. Ja es geht voran. Bis 20 Dezember sollten die 3000 km zu schaffen sein

  • #4

    Arno (Dienstag, 21 November 2017)

    Hallo Kerstin
    Ja beim Steinschlag hatten wir echt Glück gehabt.
    Und drück uns nicht zu feste!

  • #5

    Maggi (Mittwoch, 22 November 2017 17:36)

    Hallo Arno !
    Haben DIE "Hosen" beim Steinschlag gelitten oder ging's noch ?
    Wie geht es Silvano und Nicole ?

  • #6

    Arno (Donnerstag, 23 November 2017 06:23)

    Die Hosen hatten zum Glück noch nicht gelitten. Wir waren zu erschrocken um die Hosen voll zu haben.

  • #7

    Lura (Donnerstag, 23 November 2017 12:53)

    Schöne Berichte und Fotos. Einen guten Schutzengel habt ihr ja wirklich. Gute Reise weiter.

  • #8

    Roland (Freitag, 24 November 2017 21:25)

    Toller Beitrag!
    Ich fibere mit euch mit und wünsche euch alles Gute!
    Und weiterhin liebe Schutzengel für euch!

  • #9

    Arno (Sonntag, 26 November 2017 10:28)

    Hallo Lura , Hallo Roland

    Anscheinend müssen die Schutzengel bei uns manchmal Überstunden machen.
    Hatte gestern wieder so eine kleine Kroko Begegnung.
    Danke für das Kompliment das euch der Beitrag und die Fotos gefallen hat.