Eintrag 21 Machen wir es auf die harte Tour

Canning Stock Route

 

Erneut starten wir den Versuch die Canning Stock Piste zu bewältigen.

 

Diese führt über gut 900 Sandünen und Die Hitze kommt nicht nur von der Sonneneinstrahlung 

 

 

 

 

 


Wie bereites vor 11 Monaten, starten wir auch diesesmal in der Ortschaft Wiluna. Siehe Beitrag Nr 6 nochmal lesen ?klick hier. Anders als im letzten Jahr, sind wir einen Monat früher und zudem mit einem zweiten baugleichen Fahrzeug unterwegs, das uns ausreichend Sicherheit gibt.  Wir waren letztes mal, aufgrund des Regen und des dadurch vollgelaufenen Lake Disapointment mit seinem Zufluss nur bis Well 9 gekommen.

Werden wir die gesamte Strecke bis Halls Creek durchfahren können?

Angst hatten wir nicht. Aber eine gehörige Portion Respekt vor der Strecke zu dieser Jahreszeit. Denn vermutlich werden wir die letzten für die nächsten Monate sein die auf der Canning stock fahren.

Starke Wellblechpiste
Starke Wellblechpiste

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Erstmal gab  es ein Fahrzeug Upgrade. Die rote Sandflagge soll helfen, das ein ,unwahrscheinlicher weise,  entgegenkommendes Fahrzeug, uns schneller erkennt. Somit soll eine Kollision auf der unübersichtlichen Dünenkuppe zu vermeiden sein.


Kommunikation?   Isolation der Wildnis

 

Kontakt zur Außenwelt gab es über Wochen keine mehr!

Es gibt keinerlei Netz oder Telefonverbindung auf dieser Strecke. Radioempfang ist nicht mehr vorhanden.

Unser beiden Fahrzeuge sind mit einer kleinen Funkquetsche verbunden. Mit etwas Glück begegnet man, in den Wochen, irgendwann mal einen anderen Fahrzeugkonvoi.

 

Wir trafen so einen Konvoi von 3 Autos lediglich am ersten Tag und an den Durba Spring.

Alle Andern 19 Tage waren wir in der Isolation der Wildnis

Auf dieser Art kann man platzsparend parken                                   Es ist ja auch eine drangvolle Leere dort



Die 51 Brunnen, bzw das was davon noch übrig geblieben ist.  Well 1 bis 51

Alfred Canning legte auf diesem 1800 km langen Viehtrieb Strecke 51 Ziehbrunnen ab. Im Jahre 1958 trieb man zum 30 mal eine Kuhherde über diese Strecke. Das war das letzte mal. Seitdem ist die Route stillgelegt,.Infolge dessen sind die Brunnen immer weiter verfallen oder unbrauchbar geworden.


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Dieser Well wurde restauriert und  wir konnten uns mit dem Eimer Wasser hoch ziehen.

Es war zwar nicht zum trinken aber immerhin zum duschen geeignet


Tiere unterwegs

Die Tierwelt besteht zum einen  aus unterschiedlichen Vogelarten 

 

Auf der Piste ergreifen zahlreiche Echsen die Flucht vor den herannahenden Unheil bringenden Fahrzeug

 

 und

Kamele sehen ein erstaunt an.

 

Dingos begneten wir auch immer wieder 

 

Manchmal sind die Echsen auch so zutraulich, dass sie an  einen sogar hochklettern.

Aber auch ungebetene Gäste wie die stacheligen kleinen Skorpione oder die beisenden roten Riesenameisen fühlten sich wohl auf unseren Beinen.

Ebenso wie die kleine Redbag Jagd Spinne, die Tödlich sein kann.

 



Ein Dingo Welpe hatte mit seiner Mutter ganz in der Nähe von unseren Lager übernachtet und die beiden Tiere liefen kein 7 bis 8 Schritte von mir entfernt zu ihren Dingobau.

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Neugierige Echsen

 

OK-      Aber....

Wie bekomme ich diesen Scorpion da  von meinen Bein wieder herunter?


Die Redbag Spinne:

Von den zahlreichen Spinnenarten in Australien gibt es nur zwei die giftig genug sind um einen Menschen zu töten. Die Eine ist jene Redback Spinne. Die Bissstelle wird nach Stunden weißlich und Schweißausbruch tritt nur am gebissenen Körperteil ein bevor  Tage später diese mit dem Tod endet.

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Nicole.

Während wir da so gemütlich am Abend zusammensitzen schreit Arno plötzlich auf.

Arno:

Ein brennender heftiger Schmerz durchzog meinen kleinen Finger. Was war das ?


War es eine der beißenden Riesenameisen oder ein Scorpion oder doch die gefährliche Spinne?

Der Finger schwoll in den nächsten 3 Tagen weiter an. Der Schmerz war jedoch ertragbar. Im Buch deutet diese wenigen Schmerzen eben doch auf eine Jagdspinne hin. Weiterhin war dort zu lesen das  wegen der geringen Symptomatik oftmals nicht ein Arzt aufgesucht wird und man daran in der Nacht verstirbt.

 

 Das ist schon echt blöd wenn man eines morgens aufwacht und feststellt man ist Tod.

 

Defekte

Weitere Fahrzeugschäden kamen hinzu die uns Sorgen machten. Vor allem, weil bei einem Fahrzeug die Öl Kontrolleuchte nicht mehr ausging.

War ein Motorschaden damit voraus programmiert?


Wir hatten keine Wahl,. Wir mussten riskieren so weiter zu fahren.

Als zwei Tage später  auch beim zweiten Fahrzeug die  gleiche Kontrolleuchte nicht mehr ausging, nachdem wir über einiges Geäst fahren mussten, war uns klar das es sich lediglich um ein abgerissenes Kabel handeln konnte. Also nichts Schlimmes


Es lagen so einige Bäume auf der einspurigen Piste. Der Beifahrer war nun nicht nur mit Navigation beschäftigt sondern musste immer rausspringen, um diese beiseite zu räumen.

 

Nur die ganz dicken Stämme mussten wir mit der Axt zerkleinern, um sie mit der Winde weg ziehen zu können.


Buschfliegen

Wozu Fliegen gut sein sollen, ist für mich schwer zu verstehen. Sie nerven, übertragen Krankheiten und Ernähren sich entweder von frischen Dung oder von bester Küche. Egal wie 

Auf jeden Fall wird das Aufgenommene wieder hochgewürgt und auf die Nahrung erbrochen.

Nicht nur hier auf diesen Foto vom Campground Kloohäuschen gab es  sie. 

Die Bister waren unser ständige Begleiter. EKrabeln in die Augenwinkel inden Mund oder die Ohren.s gibt bestimmt tausende von Fliegenarten. Sie sind unterschiedlich groß, haben verschiedene Formen oder wie ich gelesen habe, gibt es Zweiflügler oder grüne Schmeißfliegen die zu der Gattung Calliphoridae gehörten.  Sie brüten in verwesenden Organischen Substanzen wie verdorbenen Nahrungsmittel oder Kot.


Doch wie abstoßend es auch sein mag. Fliegen spielen eine wichtige Rolle bei de Zersetzung von organischer Materie.

Sie helfen den Prozess der Auflösung zu beschleunigen und die Toten Lebewesen wieder in die Rohstoffe zurück zu führen.

Sie sind das Recycling System der Natur!

Und als Recyling System der Natur besitzen sie eine gewisse Eleganz in der unbeirrbaren Hingabe ihrer Aufgabe.

Weit davon entfernt im Kreislauf der Natur sinnlos zu sein, sind sie wichtiger als der Vogel oder das Känguruh, von dem sie sich eines Tages ernähren werden.

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Sie sind nicht nur ein unvermeidliches Übel, sondern von unschätzbaren Wert.

 

Kurz gesagt:

 

Ich hasse diese Biester!


Schließlich erreichten wir den "Lake Dissapointment". Zu deutsch "See der Enttäuschung".

 

Wir betrachteten die grenzenlose Leere und atmeten die trockene Luft ein. Um uns herum eine Triste blenden weiße Ebene die genauso menschenleer wie konturlos war.


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Stellte die von uns gefürchtete salzige Flussdurchfahrt, die in dem Lake Disappointment mündete, nicht so ein große Schwierigkeit da, streckte stattdessen  der Seerand seine matschigen Klauen nach einem aus. 

 

Aber ein bisschen buddeln und wieder mal kam die Seilwinde zum Einsatz.


..............................Sanddüne 1 bis 900


Von nun an ging es nur noch durch die Great Sandy Dessert, wild über die Dünen hoch und runter. Insgesamt sollen das mehr als 900 Sanddünen gewesen sein, die wir da überquerten. Gezählt habe ich sie aber nicht.

Nicht immer war die Überquerung in einem Rutsch gelungen. Obwohl wir den Reifendruck um die Hälfte reduziert hatten, damit die Räder nicht so schnell im heißen Wüstensand versinken, mussten wir an manch einer Düne rückwärts wieder runter und mit neuen Schwung darüber. 

Auf den Dünenkamm konnte man manchmal nur noch die weiße Motorhaube  sehen und den blauen Himmel, bevor sich der Land Cruiser schlagartig vorne über neigte und es der Wagen die steile Düne hinunter hoppelte


Dieses Gehoppel ist unseren Batterien nicht so gut bekommen. Zwar hat jedes Auto eine Zweitbatterie. Doch im jeden  war eine kaputt gerüttelt.Die Schadensliste wurde länger. Bei den einen Fahrzeug wackelte das Radlager und bei dem anderen stank es hinten nach Öl, das am Rad aus den Differential tropfte. .  

Das alles bereitet uns Sorgen. 

 

Zudem kam noch unser knapper Dieselvorrat. Wir wussten nicht ob dieser für Beide Fahrzeuge für die letzten 300 km noch reichen würde. Daher nahmen wir uns Gegenseitig im Schlepp. Doch das abschleppen auf der Piste funktionierte recht leidig, so das wir es bald wieder Aufgaben.



19 Tagenwaren vergangen seit wir in Wiluna aufgebrochen ware. Gut kalkuliert,erreichten wir mit den letzten wenigen liter diesel im Tank die Aboriginal Gemeinde Billiluna. Ein sehr neugieriges Kamel ist dort direkt auf uns zu gelaufen und hat mal eben den Kopf durch das Fenster gesteckt:

Fahrzeugkontrolle. Führerschein und .... ?

 

 

Das Kamel hies Sadie. Vielleicht nach dem Beatles Song sexy Sadie. Allerdings war es inkontinent und ständig ran Urin an ihren Hinterbeinen herunter. Das war zwar gar nicht so sexy und wir waren der Meinzung das es Inkontinezia heißen sollte. Aber Sadie blieb die nächsten Stunden immer ganz dicht bei uns und konnte sogar aus der Flasche trinken. Es steckte die Flasche in den Mund und den Kopf weit nach hinten gesteckt schon war die Wasserflasche geleert

Meteoriten Krater

In Billiluna konnten wir Sprit auffüllen und über guter Piste ging es zügig  zum Wolfs Creek Krater . Dieses ist Weltweit der zweitgrößte. und wurde vor ca 300 Millionen Jahren von einen Meteoriten verursacht. 

Hier blieben wir die letzte Nacht auf der Tour.


Unser Tourbegleiter:


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Kommentare: 9
  • #1

    Michael Jost (Dienstag, 31 Oktober 2017 11:45)

    Zeigt ihr uns auch mal ein Bild von eurem Reisegefährten Silvano? Übrigens schöne Grüße an ihn!

  • #2

    Arno (Samstag, 04 November 2017 01:37)

    Hallo Michael
    Wir haben mal zwei Bilder von ihm hinzugefügt.

  • #3

    Jost Michael (Samstag, 04 November 2017 18:05)

    Danke �

  • #4

    Bernd ,der mit dem Bus kämpft! (Sonntag, 05 November 2017 18:50)

    Hallo Ihr Drei.
    Schön das Ihr die Texte wieder etwas ausführlicher gestaltet.
    Habt Ihr Eure Schäden schon behoben? Wäre für mich auch mal ne Herausforderung gewesen...
    Sieht ja echt spannend aus, was Ihr da wieder so macht.....
    Lasst Euch mal nicht unterkriegen, oder von den Insekten auffressen!
    Gruß aus der Heimat, Bernd.

  • #5

    Lura (Montag, 06 November 2017 17:19)

    Hi, schöner Bericht, 1800 km sind ja echt ne lange Strecke. Wieviel Sprit hattet ihr denn am Anfang dabei?
    Die gefährlichen Tiere kommen Arno ja wohl immer etwas nahe.
    Gruß
    Bernd und Maren

  • #6

    Bernd (Montag, 06 November 2017 23:30)

    Hey ihr 3 ,
    Ein sehr schöner und anschaulicher Bericht über die 1800 km.
    Arno musste natürlich wieder den Diesel Vorrat bis auf das letzte ausnutzen

    Weiter so und schöne Texte
    Grüße aus der Wüstenmaus
    Bernd

  • #7

    Arno (Dienstag, 07 November 2017 12:05)

    Das mit dem Dieselvorrat war nicht ganz einfach. Wir hatten jeder gut 260 l dabei .

    Derzeit erholen wir uns noch in Kununurra. Die kleinen 12 volt Ventilatoren quirlen auf Dauer Höchstleistung, kein Windzug geht mehr ansonsten . Die Mücken können nun vergnüglich den stillen Luftraum für sich beanspruchen und unsere Beine jucken von deren Stichen. In den Morgenstunden übernehmen die kaum sichtbaren, aber nicht minder juckenden, minigrossen Mitches das Revier. Das deutet alles darauf hin , dass es nur noch wenige Tage dauern wird, bis sich hier alles ändert. Die Wolken werden ihre Schleusen öffnen . Der sich ergiesende Monsum wird die roten Erdwege aufweichen bis diese unbefahrbar sind . Mehr als eine Wochen wird es bestimmt nicbt mehr dauern, bis die Regenzeit einsetzt.
    Wir sind gespannt

  • #8

    Reni - Swiss Nomads (Donnerstag, 16 November 2017 05:12)

    Wow! Da kommen Wahnsinnserinnerungen hoch beim lesen eures Beitrags. Wir haben den Link auf euen Blog von eurem Sohn bekommen. Ist total spannend zu lesen, wie ihr die CSR erlebt habt. Vorallem weil ihr kurz nach uns auf der CSR unterwegs wart. Es ist ein unglaublich faszinierendes Land, die Weite, die Wildblumen, der Sternenhimmel... und die weniger schönen Dinge, wie z.B. die lästigen Fliegen ;-)

    Wir werden gleich mal ncoh etwas länger auf eurem Blog stöbern. Wie lange seid ihr eigentlich noch in Australien unterwegs?

    Liebe Grüsse von der Mission Beach, Queensland

    Reni und Marcel

  • #9

    Arno und Nicole (Donnerstag, 16 November 2017 12:24)

    Hallo Region und Marcel

    Wir haben auch schon fleißig eure Webseite studiert und festgestellt das ihr uns immer einen kleinen Schritt voraus fahrt.
    Vieleicht Treffen wir uns ja noch irgendwo. Das würden wir echt toll finden. Wir haben keinen Zeitplan, so das wir nicht sagen können wie lange unsere Reise durch Australien noch dauern wird.


    Also seit gegrüsst

    Nicole und Arno